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Gedanken & Gedichte » Autor: Erika Lond
60 Gedanken & Gedichte gefunden, Ausgabe 41 bis 50
Tannenschicksal

Was ich sehe, sind Tannen.
Drei, im Dreieck gepflanzt,
formen sie eine bemerkenswerte Gruppe von immergrünen, anschaulichen, wenn auch noch zarten, jugendlichen Bäumen,
die ahnen lassen, wie hoch sie einmal hinauswollen.
Doch rechnen sie nicht mit dem Sturm des Lebens,
der unverhofft sie samt ihrer weitverzweigten Wurzeln aus dem feuchten Erdenreich befreien kann.
So wiegen sie sich, rhythmisch, ohne Argwohn,
im Winde der atemgebenden Lüfte, unangetastet noch und strecken ihre kecken Spitzen gen Himmel.
Erwarten warmen Regen für ihre geschmeidigen Zweige und trinken durstig dessen süßen Wolkentropfen,
nichtahnend, dass ihr sorgloses Dasein nicht nur der Sturm bedroht,
stehen sie wachsend dort, rühren sich nicht von ihrem vorbestimmten Ort.
Entwurzelt sterben sie, langsam.
Liegen kraftlos da und ohne Triebe.
Das saftige Grün vertrocknet ungehört.
Doch bleibt die Frucht, die noch im Fallen sie verstreuten, sie keimt sich ein, bringt neue Tannen dann hervor.
Nur, wer lehrt sie die Erfahrung, so dass sie sich schützen könnten?
Werden sie auf jene alten Tannen hören, die, uralt, lange schon den dichten Wald bevölkern?
Wohl kaum, denn eigenes Erleben allein lehrt und schult den Tannenbaum.
Autor:  Erika Lond
(*1946)
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Un – Sinnige Fragen

Wieso, frag ich so oft mich, bist du eigentlich geboren?
Sollte es irgendeinen göttlich weisen Grund gegeben haben
ausgerechnet mich
in diese trostlose, zerrissene Welt zu setzen,
deren Geschicke mich zwar betreffen, doch ich kaum lenken kann,
geschweige denn, begreife?
Liegt er, irgendwo versteckt,
an einem geheimen Orte,
den ich, eventuell,
schon tausendmal so nahe, fast berührte?
Der trotz der emsigen Suche mir noch immer verborgen ist?
Trete ich nicht, mit jedem Schritt,
überall auf von alltäglicher Routine
zerfleischte, halbverweste Körper,
auf vom Schicksal verdorrte Skelette
und auf intrigierende, lautlose Giftnattern,
deren heimtückischer Biss das Blut schwärzt und erstarren lässt?
Warum kann ich nicht,
wie andere,
mir meinen „Sinn“ bilden,
stumpf und gleichgültig nur mit dem Strom schwimmen,
in seichten, gefahrlosen Wassern?
Warum baue ich,
wie ein fleißiger Biber,
immer wieder haltlose Dämme?
Ist es sinnvoll, gegen den Strom zu schwimmen,
weil dann die Quelle man erreicht?
Liegt hier der „Sinn“ und wenn,
hab’ ich die Hälfte schon geschafft
und lass mich treiben nun,
weil ich, vielleicht, zu müde bin?
Wird’ ich ihn jemals finden, den Ursprungsquell, den Lebenssinn?
Autor:  Erika Lond
(*1946)
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Letzter Aufschrei
Den Schrei von mir, hat niemand ihn gehört,
als meine Mutter mich geboren?
Ward ihr von meinem Anblick so betört,
hattet ihr mich etwa dazu auserkoren,

in dieser Dimension das Leben fortzuleben,
nur, um dem Tod fröhlich entgegenzusehen?
Hat es sich einfach so ergeben,
dass ich nun „bin“, wenn auch ein wenig schizophren?

Warum nur klage ich, ist mir der Sinn zerstört?
Die hellen Tage sind wie Wein vergoren.
Den Schrei von mir, niemand hat ihn gehört,
als meine Mutter mich geboren.

Ein Hoffnungsschimmer bleibt, kann mich noch retten,
ein Herz, dass mich, so wie ich „bin“ auch akzeptiert.
Befrei’n könnt’ s mich aus meinen selbsterwählten Ketten,
mich wärmen, dort, wo ewiges Eis mich friert,

ein Baum, der schützend mich umarmt,
nicht aber, klammernd sich, mir meinen Freiraum nimmt
und mir das „bin“, das helle, wiederbringt.
Ist niemand da, der sich erbarmt?

Der Schrei, er bleibt, nimmt täglich zu,
geht mit mir mit, schallt in den Weltenraum,
ins Nichts, begleitet mich, bis ewige Ruh’
mich wieder hat. War dann am Ende alles nur ein Traum?
Autor:  Erika Lond
(*1946)
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Altersbegründung

Ich bin nicht alt, ich bin antik,
ich bin auch nicht senil
nur die Jahre sind verblüht
Wünsche gibt 's noch viel.

Jede Falte, die ich trage,
ist Zeugin eines Gefühls,
es sind die Furchen der Ehrfurcht
und Ausdruck meines Stils.

Ich liebe das Leben, wie es ist,
fühle mich ewig jung,
nur der Körper braucht den Maschinist,
den Geist halt' ich schon in Schwung.

Ich zelebriere jeden Tag,
der sich im Erdenlicht zeigt,
so, als ob es mein letzter wär',
wenn auch ein wenig gebeugt.

Ich bin nicht alt, ich bin antik
ich bin ein Produkt der Zeit,
bin Unikat unter vielen,
und habe jetzt mehr Gelassenheit!
Autor:  Erika Lond
(*1946)
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Warten
Die Hühner auf der Wiese
warten auf Anneliese.
Am Tor der Spitz
wartet auf Fritz.
Der kommt immer später,
genau wie der Peter.
Im Stall das Pferd
wartet auf Gerd.
Die große Küchenpfanne
steht bereit für Susanne.
In der Scheune, ganz spitz,
sind Anneliese und Fritz
und Peter und Gerd
heizen Susannes Herd.
Das Warten wird lange,
bei dem Gerange!
Autor:  Erika Lond
(*1946)
Gelesen: 176.262nach oben
Du bist mein Stern,
genauso fern
und bist du nah,
bin ich nicht da.
Autor:  Erika Lond
(*1946)
Gelesen: 51.991nach oben
Etwas Warmes braucht der Mensch

Fühlst du sie, die immerwährende glühende Hitze?
Siehst du sie, die lechzenden, lodernden Flammen?
Spürst du, wie sie, vermehrend sich,
züngelnd um sich greifen,
einst ein einziger, winziger Funke nur?
Tränen der Liebe zähmen lächelnd es,
und ihr teures kostbares Salz lässt es leben,
aufsprühen in einem magischen, zauberhaften Feuerwerk,
Wird es nicht mehr genährt,
erlischt es,
zerfällt zu Asche,
wird langsam, zeitlupenhaft erkalten
und nur noch Asche sein.
Ich kann es nicht halten,
das tosende Feuer,
nicht Nahrung geben, allein,
denn es ist wild und ungestüm,
hat seinen eigenen, starken unbedachten Willen.
Wer dieses Feuer in sich trägt,
den hilft kein Arzt und keine Pillen.

Dem hilft ...
ein Automatikofen, zentrale Heizung oder ein Kamin.
Um es zu zähmen. (?)
Nur, was von den dreien ist das Beste wohl für ihn?
Autor:  Erika Lond
(*1946)
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Reflektionen

Du setzt Grenzen dir, sei mal ganz ehrlich.
Dies ist für andere und dich nicht so ungefährlich.
Emotionen, negativ oder positiv, prallen zurück,
mit gleicher Kraft wie sie gegeben. Pech oder Glück.
Autor:  Erika Lond
(*1946)
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Aderlass

Einst wird sie aufbegehren,
unsere Mutter Erde,
die jetzt noch unschuldig
sich kleidet im weißen, jungfräulichen Gewand,
denn unter ihr,
da schlummert ein Schmerz,
wie keiner ihn bei ihr vermutet,
weil man sie nur hat hingenommen,
nie akzeptiert,
sie ausgebeutet hat,
Gift injizierte.

Der Schmerz, noch schlummert er.
So bald jedoch der immer
launisch aufgelegte April sich nähert,
wird sie ihn,
mit aller Kraft, die ihr noch blieb,
hinausschreien,
ja sie muss,
denn er nimmt zu, in einem Maße,
dass ihre unendliche Geduld
es einfach nicht mehr ertragen kann.

Ihre fieberheißes Blut
wird aus den offenen Höhen schießen,
geronnen in die tiefen Täler fließen,
schwarz und dampfend noch
all plagendes Ungeziefer bedecken und versteinern.

So wird sie,
im selbstmörderischen Wahn,
all das, was zerstörend und mitleidlos
sich ihrer unbedacht ermächtigte,
heraussprengen aus ihrer märtyrhaften, geschundenen Bahn.

Sie wird nicht ruhen,
alle Gewalten einsetzen,
bis zur letzten Kraft
und ausspeien all die giftigen keime,
bis sie vernichtet,
absolut vernichtet sind.
Dann wird sie,
in barmherzige Bewusstlosigkeit gehüllt,
ruhen,
im tiefgefrorenen Schlafe
unter reinem, klaren Firmamentenzelt,
bis sie genesen
von dieser willkürlichen Krankheit,
für die
wir Menschen
die Ursache gewesen.
Autor:  Erika Lond
(*1946)
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Raben – Leben

Ein Rabe saß in einem Baum
und wartete auf seinen Traum.

Erst kam der Donner, dann der Blitz,
des Raben Traum, er wurde nix.

Wär’ er von Baum zu Baum geflogen
und auch noch übers Land gezogen,

hätt’ er, vielleicht so ungebunden
seinen Traum, eventuell, gefunden.

Die Moral von dem Gedicht,
im Baume sitzend bleibe nicht.

Flieg ruhig mal von Ast zu Ast,
damit du was vom Leben hast.
Autor:  Erika Lond
(*1946)
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