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Gedanken & Gedichte » Autor: Helga Boban
35 Gedanken & Gedichte gefunden, Ausgabe 11 bis 20
November

Nebel hält die Stadt umschlungen,
einsam trennt sich Haus von Haus.
Der Mensch kramt in Erinnerungen,
zerzauste Träume brechen aus.

Tau benetzt die Häuserriesen,
gespenstisch bläht sich Nebelhauch.
Frauen frösteln, Kinder niesen,
aus Kaminen schält sich Rauch.

Auf der Parkbank treiben Schwaden,
Nebelschleier schlucken Licht.
Dünn wird manch ein Lebensfaden,
Depression zeigt ihr „Gesicht“.

Kalter Wind flicht sich durch Bäume,
pflückt das letztverblieb’ne Blatt.
Wolkendunst speist düstre Träume,
Seelenangst im Großformat.

Totensonntag, Allerseelen,
– Grüße aus der „Anderswelt“ –
Seufzer würgen sich aus Kehlen,
alleine ist man noch vermählt.

Eine winzige Nebelzunge
ruht auf einem alten Grab.
Gleitet hinab in kaltem Schwunge,
leckt den feuchten Marmor ab.

Letzte Astern saugen trotzig
deinen feuchten Atem ein.
Trauerschmuckwerk gräbt sich protzig
in den Tränenboden rein.

Gesichtslos ziehen düstre Stunden,
Katzen streunen blind umher.
Laute Töne sind entschwunden,
aufgeschluckt vom Schleiermeer.

Tage werden ständig kleiner,
Nacht weitet sich ungehemmt,
Dunkelheit erbarmt sich deiner.
„Seelen-Barfuß“ ohne Hemd.

Doch noch einmal bricht die Sonne
durch den Samt aus Anthrazit.
Atemzug lang kitzelt Wonne,
dann fällt der Vorhang - Schritt für Schritt.

Göttin Natur verbirgt sich weise,
hinter dem grauen Nebelschal.
Nimm einen Freund mit auf die Reise,
wanderst du durch’s November-Tal.


© Schlossfee 01.11.2006
Autor:  Helga Boban
Schlossfee
Gelesen: 27.806nach oben
Mein Seelengarten

Verwildert lag mein Seelengarten,
manch einer „ackerte“ drin rum.
Verletzte da und dort und fräste
die schönsten Beete in ihm um.

Zu Anbeginn war meine Seele
unschuldig rein wie frischer Schnee.
Es reckten feine weiße Blüten
ihre Köpfe durch den Klee.

Geknickt wurde so manche Blume
schon als Kind mir – unbedacht.
Aus junger, unschuldiger Erde
sprießten Mimosen über Nacht.

Mit dem ersten zarten Pflänzchen
aus einem Hauch Verliebtsein wuchs
ein Rosenstock in meinen Garten,
neben einem wilden Buchs.

Der Rosenstock schlug tiefe Wurzeln
und Liebesträume keimten süß.
Zärtlich küssten Winde Blätter,
in meinem Seelen-Paradies.

Ein kleiner Quell speiste den Garten,
der quirlig, frisch und munter floss.
Nach vielen groben Spatenschlägen,
die Quelle sich für lange schloss.

Dürr wurden Gräser, Blüten, Knospen,
Samen verkapselten zu Stein.
Erst als du tratest in mein Leben,
setzte der Sommerregen ein.

Die Quelle sprudelte von neuem,
die Samen wurden prall und fett.
Erneut keimt Leben, wachsen Triebe
in meinem Seelengarten-Bett.


© Schlossfee 04.11.2006
Autor:  Helga Boban
Schlossfee
Gelesen: 70.582nach oben
Du warst da


Gerade bist du weggefahren
doch jeder Raum erzählt von dir
wir mögen uns seit vielen Jahren
nun bist du fort – ich such nach dir

Im Bett zerwühlt dein Federkissen
ich fühl dein Duschtuch klamm und nass
Sofort beginnt das Dich-Vermissen
nach Tagen, Nächten voller Spaß

In deiner Tasse ist noch Kaffee
Rasierwasserschwanger ist die Luft
ich riech den Rauch der Zigarette
aus Laken kriecht dein Männerduft

Noch fühl ich mich von dir gehalten
spür auf den Lippen deinen Kuss
Meine Stirne kräuselt Falten
Tränenkanal würgt Tränenfluss

Weich tickten uns’re schönen Stunden
warm lag geborgen ich bei dir
kalt schleichen sich nun die Sekunden
Verlustangst macht sich breit in mir

Zärtlich verflochten war’n die Tage
umschlungen jede Liebesnacht
verführerisch die Beinmassage
Abende lachend zugebracht

Wohlfühlgedanken rückwärtslebend
zartwebendes Herzensgesponst
kuschelweich mit dir entschwebend
wartend bis du wieder kommst


© Schlossfee 06.06.2006
Autor:  Helga Boban
Schlossfee
Gelesen: 31.554nach oben
Lebensfenster


Ich steh am Fenster meines Lebens
Tränen verschleiern meinen Blick
Wie immer warte ich vergebens
es gibt für dich wohl kein zurück

Einsamkeit frißt sich durch Knochen
kriecht durch das Mark und saugt es aus
Einsamkeit dein lautes Pochen
klopft bedrohlich an mein Haus

Stunden die wie Teig sich ziehen
zäh und klebrig haften sie
Glückliche Tage nur geliehen
verwaist bleibt mir Monotonie

Herzschlaglang lebt meine Hoffnung
in Ewigkeit begrab ich sie
Wechselkurs aus Liebeswährung
zwingt mich lautlos in die Knie

Meine Tränen sie versiegen
Seelenquelle dicht gemacht
Es hilft auch nichts sich zu belügen
drum - Einsamkeit trag mich zur Nacht

Bette mich auf Sternenwiesen
mit Schleierwolken deck mich zu
Lass mich im Traum Liebe genießen
senk in mein Herz unendlich Ruh


© Schlossfee 01.08.2006
Autor:  Helga Boban
Schlossfee
Gelesen: 35.314nach oben
Abendstern


Ein keckes Sternchen will nicht hören
es sollte nachts am Himmel steh’n
Pärchen mit Funkeln tief betören
doch es mag nicht leuchten geh’n

Versteckt daher fix die Laterne
hinter dem dicken Wolkenberg
Denkt bei sich: „Habt mich mal gerne“!
„Nachtschicht fällt aus im „Sternkraftwerk“!

Es mogelt sich von seinem Plätzchen
eilt flugs zum Engels-Atelier
besorgt sich Flügel und ein Lätzchen
in himmelweiß wie Puderschnee

Übermütig tanzt das Sternchen
bis sein Sternenmagen klagt
Ambrosia und Manna-Törtchen
das wär jetzt das was ihm behagt

In einem himmlisch kleinen Laden
bietet man nächtlich Speisen an
Mit seinen strammen Sternenwaden
bremst es ganz fest und stellt sich an

Voll gestopft sind seine Taschen
mit Himmelsbackwerk noch und noch
nun sucht ein Plätzchen es zum Naschen
findet auch schnell ein Himmelsloch

Bunt verkleckert, honigklebrig
ist das Lätzchen nach dem Mahl
Doch nun wird das Sternchen schläfrig
es legt sich hin, ruht erst einmal

Als froh der Morgen hell erwachet
schlägt es die Äuglein müde auf
Die Sonne neckt ihn und sie lachet
brennt einen Strahl ihm „hinten drauf“

Vergeblich sucht’s den Sternenhimmel
doch der hat längst schon „dicht gemacht“
Es besteigt den Himmelsschimmel
und reitet in die nächste Nacht

Auf einem andern Breitengrade
kommt es gerade noch zurecht
Da wird es Nacht, Mensch legt sich g’rade
in sein Bett und das mit Recht

Gottlob verbergen Wolkenberge
den Mond, die Sterne diese Nacht
denn unser kleiner „Sternenscherge“
hat kein Lichtlein mitgebracht

Und wieder kommt der Himmelsschimmel
trägt ihn zurück in „seine Nacht“
die soeben sich am Himmel
erneut hat finster breitgemacht

Der Mond ist voll, kein bißchen heiter
er zürnt dem Abendstern, er grollt
Sternchen bekümmert das nicht weiter
hat sich vom Stress noch nicht erholt

Reisemüde, ambrosiatrunken
glitzert es matt am Sternenzelt
Innig lauscht es traumversunken
dem Flügelschlag der Engelswelt



© Schlossfee 04.08.2006
Autor:  Helga Boban
Schlossfee
Gelesen: 93.525nach oben
Morgenstern

Ein Sternlein kommt auf diese Welt
so einfach auf Besuch
Es seilt sich ab vom Himmelszelt
an einem Silbertuch

Es strandet neben einem See
auf einem kleinen Hügel
Sieht sich auf einmal aus der Näh’
im glatten Wasserspiegel

Ganz angetan vom eignen Glanz
klatscht es in seine Hände
Verführt voll Freude einen Tanz
gar lustvoll und behände

Der Mond blickt mürrisch auf das Bild
ihm fehlt das Sternchen oben
Er funkelt und er droht bald wild
lässt Wolkenberge toben

Sternlein bemerkt dies alles nicht
es ist von sich verzückt
Es dreht im hellsten Silberlicht
sich rundherum beglückt

Doch Tanz und Freude sind zuviel
das Sternlein blickt schon müde
Am Himmel hält es sonst „nur“ still
und strahlt „bloß“ voller Güte

Drum stahl es sich vom Firmament
ganz ohne Urlaubsschein
Nun legt es nieder sich und pennt
fast auf der Stelle ein

Sein letzter Blick nach oben geht
dann schließt’s die Äugelein
Sein Sinn ist sanft und leicht verdreht
so schläft’s am Ufer ein

Kurz vor dem Morgen schreckt es auf
ein Schock geht durch die Zacken
Der Himmel ging seinen Verlauf
die Angst sitzt ihm im „Nacken“

Es spurtet hoch zum Himmelszelt
an seinem Silbertuch
Blickt nochmals runter auf die Welt
vernimmt schon Mondes Fluch

Schnell hängt es sich an seinen Platz
und strahlt und leuchtet gern
Da lacht der Mond und sagt: “Mein Schatz -
D U bist mein Morgenstern“


© Schlossfee 20.06.2006
Autor:  Helga Boban
Schlossfee
Gelesen: 81.380nach oben
Sonnenstrahls Traum

Ein Sonnenstrahl dringt in den Raum
legt sich aufs Sofakissen
verfällt in einen Sommertraum
von satten grünen Wiesen

Liebkost frivol den Apfelbaum
mit Sonnenstrahlenküssen
umschmeichelt sanft der Blätter Saum
welch sonniges Genießen

Doch langsam dämmert es in ihm
dass all dies nur ein Traum
Er schlägt die Strahlenaugen auf
fühlt wieder Zeit und Raum

Schnell rollt er auf sein gold’nes Band
macht flugs sich auf den Weg
rot trägt die Sonne ihr Gewand
auf ihrem Abendsteg

Bevor sie gänzlich sich versenkt
erglimmt ein gold'ner Strahl
der heiter an den Traumtag denkt
für heut' zum letzten Mal


© Schlossfee 11.06.2006
Autor:  Helga Boban
Schlossfee
Gelesen: 41.570nach oben
Sommergewitter

Schwer tun sich Lungen, saugen Luft
schwül-heißes Atmenmüssen
dazu quillt schwang’rer Rosenduft
hervor unter Markisen

Der Himmel wölkt sich wütend zu
verschluckt der Sonne Strahlen
verwirbelt sich, gibt keine Ruh
krümmt sich wie unter Qualen

Ein Sturm hebt an und macht sich laut
zu schaffen in den Gassen
windet um Ecken sich und „klaut“
Hüte und Plastiktassen

Die ersten Schirme dreht es um
aus Wolken prasselt Regen
Passanten eilen schnell und stumm
dem nächsten Dach entgegen

Leuchtendes Gelb mischt sich ins Grau
Schwefelschwaden treiben
am Himmel spielt die „Lichterschau“
Funken sich lautstark reiben

Der Donner bahnt sich seinen Weg
grollt über Stadt und Flur
Blitze zucken grell und schräg
Spektakel der Natur

Sturmwind fegt Unrat vor sich her
drischt ihn an nasse Wände
Ein Fahrradfahrer kämpft sich schwer
und triefend durchs Gelände

Frau Spatz nimmt froh ein frisches Bad
in einer Regenpfütze
drei Tauben trinken schnell sich satt
nach großer Tageshitze

Die Luft wird kühl und langsam klar
Wolken verzieh’n sich weise
Das Donner-Blitz-Gewitterpaar
grüßt aus der Fern’ schon leise


© Schlossfee 19.06.2006
Autor:  Helga Boban
Schlossfee
Gelesen: 41.890nach oben
Herzensnacht

In deinen Armen samtweich liegen
losgelöst zum Monde fliegen
Seelentankend an dir nähren
wenn Sterne sich bei Nacht gebären

Traumversunken Liebe spüren
gedankentanzend dich berühren
Mondbescheinte Sinnennacht
Herzensfenster aufgemacht

Windkuss streichelt unsre Leiber
Lippenküsse flüstern heiter
Mondeswispern, Sternenrauschen
deinem Herzschlag innig lauschen

Seelenhemd auf deiner Haut
ist mir porentief vertraut
Himmelssamt lädt sacht uns ein
zum Liebestanz im Sternenschein


© Schlossfee 21.01.2006
Autor:  Helga Boban
Schlossfee
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Warten


Während ich auf dich warte...

tanken sich Tage voll mit Vorfreude
an der Zapfsäule der glücklichen Zuversicht

Steppt der Nachtbär vergnügt auf meiner Bettdecke
zum verliebten Glockenspiel der Kirchturmuhr

Tauchen meine Gedanken ab zu dir
besuchen streichelnd deinen Körper

Erblühen Glücksknospen in meiner Seele
fallen zarte Rosenblätter in mein Herz


© Schlossfee 14.06.2006
Autor:  Helga Boban
Schlossfee
Gelesen: 29.733nach oben
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